Teakholz
Der Teakbaum ([tiːk]-, Tectona grandis) oder Teak ist ein Laubbaum aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Heimisch in den laubwerfenden Monsunwäldern Süd- und Südostasiens, liefert der Teakbaum ein sehr wertvolles Holz und zählt zu den wichtigsten Exporthölzern des asiatischen Raumes. Die Gattung Tectona wird seit einigen Jahren zur Familie der Lippenblütler gestellt[1], in vielen Büchern wird jedoch noch die ältere Zugehörigkeit zu den Eisenkrautgewächsen angeführt.
Der Name Tectona leitet sich über das portugiesische teca = Teakholz aus Malayalam tekka = Teakholz ab. Zugleich lehnt sich der Name an griechisch τέκτων tékton = Zimmermann an. Das Epitheton grandis ist das lateinische Wort für groß. Die deutsche Bezeichnung Teak leitet sich über das Englische ebenfalls von Malayalam ab.
Verbreitung
Der Teakbaum ist in Süd- und Südostasien heimisch. Das natürliche Areal zerfällt in zwei Teile, die durch die Ebene des Ganges-Brahmaputra-Deltas getrennt sind: Indien auf der einen Seite, Myanmar, Nord-Thailand und ein Teil von Laos auf der anderen Seite. Im Osten ist der Mekong die natürliche Verbreitungsgrenze.
In Indien wächst Teak auf rund acht Millionen Hektar, die Hälfte im Bundesstaat Madhya Pradesh. Von Myanmar sind keine Zahlen bekannt. In Thailand umfasst das natürliche Areal rund drei Millionen Hektar, während es in Laos nur rund 70.000 Hektar sind.
Außerhalb dieses natürlichen Areals wird der Teakbaum in ganz Südasien und im gesamten Tropenraum angepflanzt: In Malaysia wurde er zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert auf Java eingeführt. Heute bedeckt Teak auf Java, Kangean und Muna rund 800.000 Hektar. Des weiteren wurde er zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Afrika (Elfenbeinküste, Kamerun, Nigeria, Tansania, Togo) und Lateinamerika (Argentinien, Ecuador, Honduras, Trinidad) eingeführt. Die Aufforstungsflächen von Teak betragen in Summe rund 1,1 Millionen Hektar.
Ökologie
Da das Verbreitungsgebiet sehr groß und standörtlich sehr heterogen ist, gibt es vom Teakbaum zahlreiche Standortrassen. Diese unterscheiden sich im Habitus und in den Ansprüchen an Klima und Boden.
Der Teakbaum ist eine Lichtbaumart. Er benötigt in allen Lebensstadien, vor allem aber als Jungpflanze, volles Oberlicht. Die Art ist weiters an einen ausgeglichenen Temperaturverlauf gebunden und besitzt ein hohes Wärmebedürfnis. Die Jahresmitteltemperatur im natürlichen Verbreitungsgebiet beträgt 21 bis 26 °C, das physiologische Optimum liegt bei 24 bis 25 °C. Die absoluten Minimumtemperaturen betragen 2 °C, der Teakbaum verträgt keinen Frost.
Der jährliche Niederschlag weist über das Verbreitungsgebiet große Unterschiede auf. In Indien wächst der Teakbaum bei rund 780 mm Niederschlag und fünf bis sieben Trockenmonaten. In Myanmar wächst er bei 1500 bis 2500 mm Niederschlag im halbimmergrünen Feuchtwald.
Natürliche Teakwälder wachsen auf Kalk- und Tonböden, auch auf Laterit, besonders im Hügelland und in unteren Berglagen. Je nach Gebiet kommt der Teakbaum meist in Seehöhen zwischen 400 und 900 Metern vor. Die besten Wuchsleistungen erbringt der Baum auf gut wasserversorgten, tiefgründigen und gut durchlüfteten Böden mit neutralem bis schwach saurem pH-Wert. Diese Bedingungen findet er vor allem auf sandigen Lehmen und alluvialen Tonböden. Gegen Staunässe und Sauerstoffmangel im Boden ist die Art sehr empfindlich.
Der Teakbaum ist laubwerfend. Drei bis fünf Monate ist er kahl. Das Laub wird in der Trockenzeit (Dezember bis März) abgeworfen, die neuen Blätter erscheinen kurz vor Beginn der Regenzeit. Im immerfeuchten Klima von Westjava hingegen ist der Teakbaum immergrün[4].
Schädlinge
Der Teakbaum gilt als relativ stabil gegenüber Schadfaktoren, biotischen wie abiotischen.
Die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten können durch Blattfraß gewisse Schäden anrichten, auch verschiedene halbparasitische Arten der Gattung Loranthus können den Baum befallen.
Das Kernholz wird nur selten befallen, z. B. durch holzbohrende Insekten (Xyleutes ceramicus) und pilzliche Kernfäuleerreger.
Phytopathogene Viren und Bakterien sind sehr selten. Wichtige pilzliche Krankheitserreger sind die folgenden: Armillaria mellea, Fomes lignosus, Fomes noxius, Heterobasidium compactum, Irpex flavus, Nectria-Arten, Olivea tectonae („teak leaf rust“), Peniophora rhizomorpha („yellow laminated rot“), und Polyporus zonalis („white pocket rot“).
In Pflanzungen können Elefanten Tritt- und Schälschäden verursachen. Gegen Feuer ist der Teakbaum relativ resistent.
Nutzung
Der Vinanmek-Palast in Bangkok ist das größte vollständig aus Teakholz erbaute GebäudeDie Hauptnutzung des Teakbaumes betrifft sein Holz. Neben den hohen, astfreien Stämmen machen seine besonderen Eigenschaften das Holz wertvoll. Es lässt sich gut verarbeiten und trocknet ohne Reißen und Werfen. Durch seine natürlichen Öle bleibt die Oberfläche auch ohne Nachbehandlung ansehnlich und wetterfest. Allerdings erschwert der Kautschukgehalt das Verleimen, und andere Inhaltsstoffe erschweren die Lackierung und künstliche Farbgebung, so dass für diese Zwecke spezielle Leime und Lacke eingesetzt werden müssen. Statt Teakmöbel zu lackieren werden sie häufig eingeölt, wozu Mischungen verschiedener Öle, darunter Leinöl, und Harze verwendet werden (Teaköl).
Das Holz ist sehr dauerhaft, was auf die oben angeführten Inhaltsstoffe zurückzuführen ist. Besonders das Kernholz ist gegen Pilze und Insekten (Termiten) sehr beständig. Zudem ist das Holz schwer entflammbar.
Aufgrund seiner Färbung wird Teakholz als Messerfurnier oder Vollholz für Möbel, Vertäfelungen und als Parkett verwendet. Wichtig ist aber vor allem seine Verwendung im Boots- und Schiffbau. Ein Schiffsdeck aus Teakholz wird bei Nässe nicht rutschig. Auch für Wasser- und Hafenbauten findet es wegen seiner Beständigkeit Verwendung. Auch zum Drechseln und Schnitzen sowie für den Modellbau wird es wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit verwendet. Die Werkzeuge werden allerdings schnell stumpf, weshalb die Verwendung von Hartmetall anzuraten ist.
Im natürlichen Verbreitungsgebiet wird das Holz auch als Brennholz, zur Herstellung von Holzkohle und von Hausgeräten verwendet. Die Blätter werden zum Rot-Färben von Stoffen verwendet. Blüten, Blätter, Rinde und Holz werden in der Volksmedizin gegen Enteritis und gegen Fieber verwendet.
Gefährdet sind die natürlichen Teakbestände vor allem durch den Wanderfeldbau und illegalen Holzeinschlag.[5]
Hauptexportländer sind Indonesien und Myanmar.
Anbau
Der Teakbaum ist neben dem Mahagoni eines der wenigen tropischen Nutzhölzer, die in Plantagen angebaut werden können. Die Art ist als Lichtbaumart sehr gut für Freiflächen-Aufforstungen geeignet.
Die Vermehrung erfolgt generativ, d. h. über Samen. Die Aufforstung von Flächen erfolgt entweder über Direktsaat oder mittels Stummelpflanzen (stump planting). Hierbei werden Keimlinge in Baumschulen angezogen. Mit 8 bis 10 Monaten, wenn der Wurzelhalsdurchmesser 1 bis 2,5 Zentimeter beträgt, werden die Jungpflanzen auf eine Wurzellänge von 10 bis 25 Zentimeter und eine Sprosslänge von zwei bis fünf Zentimeter gekürzt. Diese stumps werden dann auf den Flächen ausgesetzt. Die Abstände zwischen den Bäumen liegen zwischen 1,8 × 1,8 bis 2 × 2,5 Metern. Meist werden Reinbestände angepflanzt, seltener Mischbestände etwa mit der Weißen Maulbeere. Häufiger werden bodenfestigende Nebenbaumarten gepflanzt (Leucaena leucocephala, Akazien), um die Bodenerosion zu verringern. Pflegemaßnahmen wie Freischneiden sind nur im ersten Jahr nötig, da die Pflanzen bereits im zweiten Jahr eine Höhe von drei Metern erreichen.
Besonders auf Java wird Teak seit dem 19. Jahrhundert auch im Taungya-System angebaut, einer Variante der Agroforstwirtschaft. Nach Abholzung des Vorbestandes übergeben hier die Forstbehörden die Flächen den Bauern. Diese räumen die Flächen von Restbestockung und säen landwirtschaftliche Kulturen, besonders Trocken-Reis und Mais. Zugleich wird Teak ausgesät. Später wird die strauchige Leguminose Leucaena leucocephala eingesät, deren Reisig u. a. zum Mulchen dient. Nach meist zwei Mais- und einer Reisernte übernimmt wieder die Forstbehörde die Flächen.
Daneben wird Teak auch in herkömmlichen Plantagen und in bewässerten Plantagen gezogen.
Die Umtriebszeiten liegen in Plantagen bei etwa 70 bis 80 Jahren, in Naturbeständen bei über 100 Jahren.
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